BERT KAEMPFERT

Ich schreibe hier einige Worte zu meiner Begegnung mit der Musik des deutschen Bandleaders Bert Kaempfert, der leider in Deutschland weitgehend vergessen ist. Bert Kaempfert ist 1980 gestorben - eine Zeit in der ich erst 11 Jahre alt war. Daher bin ich ihm auch niemals persönlich begegnet oder habe ihn zu seinen Lebzeiten live gesehen z. B. im Fernsehen. Von seiner Existenz wußte ich damals nichts. Wenig später, Anfang der 80er Jahre, habe ich mich mehr und mehr für die damalige Pop- und Chartsmusik interessiert. Das Interesse an der Musik von Bert Kaempfert kam erst sehr viel später, 15 Jahre nach seinen Tod...

Im Sommer 1995 las ich im Infotext auf einer LP von James Last, dass es neben James Last nur noch Bert Kaempfert geschafft hätte, sich mit reiner Orchestermusik weltweit durchzusetzen. Doch wer war Bert Kaempfert? Ich fuhr zum Mediamarkt und suchte nach CD's von ihm. Ich hatte Glück und fand die CD "Golden Memories". Nach kurzen Probehören war sie gekauft. Um sie im Auto zu hören, mußte ich diese CD auf eine Cassette aufnehmen. So landete im Sommer 1995 neben James Last auch diese Cassette oft im Fach des Autoradios. Da ich damals seit 1991 an den Sound von James Last gewöhnt war, war das erstmal eine kleine Umstellung, denn die für mich neue Musik von Bert Kaempfert klang doch etwas anders. Nach und nach gefiel mir diese CD aber immer besser.

Im Booklett der CD war zu lesen, dass die Plattenfirma Polydor die wichtigsten Alben von Bert Kaempfert auf CD wiederveröffentlicht - die sogenannte CD-Collection. Wenn man weitere Informationen wünscht, soll man an die genannte Adresse der Bert Kaempfert Music schreiben, was ich getan habe.

Einige Zeit später bekam ich einen Anruf von der Bert Kaempfert Music. Der Herr wollte gerne wissen, wie alt ich bin und war über meine 26 Jahre doch etwas erstaunt. Er meinte, dass er überwiegend ältere Kaempfert-Fans in seiner Datenbank hätte, aber dass sich nach seiner Erfahrung auch zunehmend jüngere mit dieser Musik beschäftigen. Er nahm mich in seine Datenbank auf und seitdem bekomme ich regelmäßig Post über neue Veröffentlichungen von Bert Kaempfert.

Im Herbst und Winter 1995 folgten weitere CD's der Bert Kaempfert Collection und bald hatte ich alle 20 zusammen. Ich hörte in dieser Zeit fast ausschließlich die swingende und verträumte Musik von Bert Kaempfert. Von den sehr informativen CD-Bookletts kopierte ich einige Bilder von Bert Kaempfert und seinem Orchester und klebte sie in einen großen Bilderrahmen, den ich an die Wand hängte. Ein Freund fragte mich einmal, ob das der auf den Bild da mein Vater sei... Ich klärte ihn auf, dass das Bert Kaempfert, einer meiner Lieblingsmusiker ist. Da sagte er nur "Ach... und das reicht Dir um Dir von son Typen ein Bild an die Wand zu hängen?". Naja, dazu habe ich nichts weiter gesagt...


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Hier wurde 1995/96 oft Bert Kaempfert und in den Jahren davor James Last gehört
Das Zimmer des Autors im Dezember 1994


Im Juni 1996 hörte ich das Album "Strangers In The Night" sehr oft. Besonders die romantischen Titel "Every Sunday Morning" und "Forgive Me" waren außergewöhnlich. Kurze Zeit später im Juli 1996 wechselte ich zur aktuellen Discomusik und die nächsten Jahre war erstmal diese Musik angesagt, was vor allem daran lag, dass ich einige neue Bekannte hatte. Bald sah ich, dass es eine weitere CD-Collection von Bert Kaempfert gab - die Good Life Music. 1997 fand ich in einem Kaufhaus viele CD's der neuen Collection auf einen Tisch mit Sonderangeboten und konnte diese für wenig Geld bekommen. Auch wenn ich in dieser Zeit andere Musik hörte, kamen die neuen CD's erstmal ins Regal zu meiner Sammlung.

Im Sommer 2002 baute ich mit Hilfe eines Bausatzes einen hochwertigen Kopfhörerverstärker. Als dieser fertig war, wurde er gleich getestet, aber nicht mit Discomusik, denn dazu mußte etwas besseres her! Ich nahm ein Album von Bert Kaempfert, "The Most Beautiful Girl", von dem ich wußte, dass es eine sehr gute Tonqualität hatte. Der neue Verstärker klang richtig gut, und da sprang mir auch die Musik von Bert Kaempfert wieder ins Auge. Ich erkannte, was für eine tolle Musik das war, und die habe ich vor 6 Jahren wegen dem Discoschrott liegen gelassen...

Das sollte jetzt anders werden: Im Herbst 2002 wandte ich mich wieder vermehrt Bert Kaempfert zu und bestellte einige CD's vom Taragon-Label, die früher in den USA herausgekommen waren. Weiterhin legte ich mir auch die "Singles-Collection" zu, auf der mir besonders die alten Titel (teilweise noch in Mono) sehr gut gfielen: "Patricia", "Catalina", "Cerveza" und der einmalige "Mitternachtsblues". Im Dezember 2002 bestellte ich die neue Bert Kaempfert Story. Dieses spannende Buch las ich jeden Abend und hatte es nach nicht einmal einer Woche durch. Anfang 2003 hörte ich besonders oft das Album "Orange Colored Sky", das wohl eines der schönsten ist, die Bert Kaempfert jemals gemacht hat. Irgendwie erinnerte mich diese Musik immer an winterliche Abenddämmerungen.

Die Bert Kaempfert Story wurde später auch als Film im Fernsehen gezeigt, den ich gleich auf VHS aufnahm und anschließend mehrmals gesehen habe. In diesem Film wurde erwähnt, dass Bert Kaempfert Anfang der 60er Jahre am Brahmsee ein Grundstück gekauft hatte. Aus Interesse fuhr ich im Oktober 2004 zum Brahmsee und sah mir die Gegend dort einmal an.

Um 2002 gab es auf der Webseite der Bert Kaempfert Music Publishing GmbH auch ein Forum. Dort wurde ich von jemanden angeschrieben, der zusammen mit einigen anderen Fans eine Datenbank aufbaute, in der alle Tonträger und Titel erfasst werden sollen, die von Bert Kaempfert erschienen sind. Ich schickte ihm einige Informationen zu meinen CD's und wurde in die Emailliste des kleinen Fankreises aufgenommen. Leider riß der Kontakt später irgendwie ab und ich bekam keine Mails mehr. Da ich mich auch mal wieder mehr mit anderen Dingen beschäftigte, beließ ich das erstmal so. Erst im Jahr 2017 hörte ich wieder verstärkt die Musik von Bert Kaempfert und dachte an den alten Fankreis. Zum Glück hatte ich noch einige der alten Emails und im Jahr 2019 schickte ich eine Mail an einige der alten Adressen - vielleicht gab es ja eine die noch funktioniert? Zum Glück war das der Fall und ich bekam die Information, dass jetzt Informationen wie die Datenbank über eine Dropbox getauscht werden. So kam ich wieder in diesen kleinen Fankreis hinein. Die Kommunikation erfolgt allerdings in Englisch, weil einige Mitglieder kein Deutsch sprechen.


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Das ist die richtige Atmosphäre für die Musik von Bert Kaempfert


Bert Kaempfert für mich die Musik in der dunklen Jahreszeit, sei es nun drinnen bei gedämpftem Licht oder auf einer Abendfahrt. Die Musik von Bert Kaempfert hatte schon damals eine sehr hohe Wertigkeit und diese hat sie auch heute noch. Wenn Bert noch leben würde, könnte er sicher auch in der heutigen Zeit noch Riesenerfolge feiern. Bert Kaempfert gilt als "Mann der leisen Töne". Seiner swingenden und oft verträumten Musik muß man einfach verfallen. Es gibt aber auch rythmische Arrangements - eben die typische Good-Life-Musik. Er beweist in seinen Arrangements ein unglaubliches Taktgefühl und eine hohe Präzision. Genauer wie Bert Kaempfert läßt sich wohl kaum musizieren.

Bert Kaempfert ist es im Gegensatz zu James Last gelungen, auch in Amerika Fuss zu fassen. Im Gegensatz dazu hat James Last fast alles gespielt - von Klassik über Volksmusik, Partymusik bis zu moderner Musik. Früher wurde er ja oft als Partyking bezeichnet. Obwohl ich James Last auch oft höre, tendiere ich meist doch ein klein wenig mehr zu Bert Kaempfert. Das liegt vielleicht auch mit daran, dass ich kein großer Partytyp bin. Während James Last seine Musik stets am Puls der Zeit gehalten hat und auch mit jungen Musikern z. B. mit Rappern zusammengearbeitet hat, ist Bert Kaempfert eher seinem alten Sound treu geblieben. Viele haben ab Mitte der 70er Jahre mit einem Synthesizer gearbeitet, aber einen solchen gab es bei Bert Kaempfert nie und er wollte es auch gar nicht.

Meine Lieblingsalben von ihm sind "Traces Of Love" und "Orange Colored Sky". Dann kommen "Hold Me", "Strangers In The Night", "My Way Of Life", "Bye Bye Blues" und "To The Good Life". Vom letzten Album ist es das gleichnamige Arrangement "To The Good Life", dessen Trompetensoli gespielt von Ack van Rooyen einen nie mehr losläßt. Von dem Album "6 plus 6" gehören besonders die Titel "Dinos Melody" und "All I Ever Need Is You" zu meinen Favouriten.

Von den älteren Alben sind besonders "With A Sound In My Heart" und "Dreaming In Wonderland" zu nennen. Langsame und ruhige Stücke mit verträumten Trompetensoli gespielt von Manfred Moch. "Dancing In Wonderland" ist etwas rythmischer und mit kleinerer Besetzung gespielt. Sehr rythmisch ist eines seiner ältesten Alben "Combo Capers", ebenfalls mit kleiner Besetzung aufgenommen. Natürlich darf auch "A Swingin Safari" nicht fehlen, eines seiner besten Alben.



Etwas mehr zu Bert Kaempfert

Am 16. Oktober 1923 wurde Berthold Heinrich Kaempfert in Hamburg Barmbek geboren. Im Alter von 6 Jahren wurde der junge Berthold unverschuldet von einer Taxe angefahren. Seine Eltern, Helene und Otto Kaempfert, erhielten von der Versicherung 500 Mark und davon haben sie ihm ein Klavier gekauft. Berthold spielte sehr gerne auf den neuen Instrument, aber von Klavierunterricht hielt er nicht so viel.

Im Jahr 1938 beendete Berthold Kaempfert die Volksschule. Er wollte wie sein Vater zur See fahren, doch war er mit seinen 14 Jahren noch zu jung. So meldete ihn sein Vater auf einer privaten Musikschule in Hamburg-Wilhelmsburg an. Berthold lernte hier Klarinette und Saxophon, sowie Klavier und Akkordeon. Ein Jahr später hatte Bertholds Vater einen Unfall und wurde Invalide. Da das Geld jetzt nicht mehr reichte, mußten ihn seine Eltern von der Musikschule nehmen. Anschließend ging Berthold zu einem Vorspieltermin bei dem bekannten Hans-Busch Orchester. Der Orchesterchef war begeistert von dem 16 Jahre alten Berthold und nahm ihn sofort auf.

Berthold Kaempfert spielte im Orchester Hans Busch Saxophon, Klarinette, Akkordeon und später auch Klavier. Er war damals der jüngste im Orchester von Hans Busch und bekam den Namen "Fips", was soviel wie "klein" bedeutet. Diesen Namen wurde er später nie wieder los.

Im Jahr 1942 wurde Berthold Kaempfert zur Wehrmacht eingezogen und später als Musikgefreiter einem Musikkorps auf Sylt zugeteilt. Dort wurde Marschmusik gespielt, denn Swing-Musik war in dieser Zeit verboten. Im Jahr 1945 geriet Berthold in dänische Gefangenschaft, wurde aber bald nach Schleswig-Holstein ins Marinelager nach St. Peter Ording abgeschoben, wo man auf sein musikalisches Talent aufmerksam wurde. Er bekam ein Akkordeon und stellte mit anderen Musikern eine kleine Kapelle zusammen. Da er keine Noten hatte, fing er an Titel zu Komponieren und verjazzte Volkslieder.

Nach seiner Entnazifizierung gründete Berthold Kaempfert das Variete "Pik-Ass". Mit dieser Gruppe zog er durch die britische und amerikanische Besatzungszone. An einem Abend lernte Berthold die 17jährige Hannelore Winkler kennen. Sie verliebten sich und wurden rasch ein Paar. Mit ihrem sehr guten Englischkenntnissen war Hannelore eine hervorragende Kontaktperson zu den Engländern und Amerikanern. Berthold und sein Variete spielten abends in amerikanischen Clubs, wo er auch die amerikanische Swing-Musik kennenlernte. Dort erhielten sie neben einem guten Essen eine Vergütung vor allem in Form von Zigaretten.

Im Jahr 1946 heirateten Berthold und Helene und das Variete "Pik-Ass" wurde aufgelöst. Im November 1946 wurde seine erste Tochter Marion geboren. Im Februar 1951 folgte seine zweite Tochter Doris. Berthold knüpfte erste Kontakte zum Rundfunk bei Radio Bremen. Dort lernte er auch den Bassisten Hans Last kennen. Berthold Kaempfert machte sich langsam einen Namen, indem er für verschiedene kleine Orchester des Rundfunks Arrangements schrieb. Beim Sender BFN lernte er Anfang der 50er Jahre den studierten Geiger Herbert Rehbein kennen. Seitdem gingen sie gemeinsame Wege, spielten und arrangierten zusammen. Mitte der 50er Jahre wurde Berthold Kaempfert bei der Hamburger Polydor unter Vertrag genommen. Seine Produktionen erschienen fortan unter seinem verkürzten Namen Bert Kaempfert. Darunter hatte er auch einige Produktionen unter dem Pseudonym "Marc Bones" und "Bob Parker" herausgebracht.

Im Jahr 1958 bekam Kaempfert die Möglichkeit, einen deutschen Filmhit nach eigenen Vorstellungen zu arrangieren. Es handelt sich um den "Mitternachtsblues", eingespielt von dem Solotrompeter Billy Mo. Die Aufnahme des "Mitternachtsblues" wurde zu einem echten Hit. Der Titel erklang öfter im Radio oder drehte sich auf den Plattentellern moderner Musikkommoden. Auch brachte diese Platte Kaempfert das erste richtige Geld. Von diesem Geld kaufte er sich ein Grundstück am Brahmsee mit einem kleinen Holzhaus. Hier zog Bert Kaempfert sich zusammen mit seinem Freund Herbert Rehbein regelmäßig zurück, um zu Arrangieren, zu Komponieren und um seinem Hobby - dem Angeln - nachzugehen.

Die amerikanische Schallplattenfirma DECCA und die Deutsche Grammophon hatten ein Abkommen geschlossen, um amerikanische Unterhaltungsmusik und deutsche Klassikeinspielungen auszutauschen. Die amerikanische DECCA war aber auch an anderen Produktionen aus Deutschland interessiert. Die Hamburger Polydor schickte daher die Platte mit dem "Mitternachtsblues" an den DECCA-Produzenten Milton Gabler oder kurz Milt Gabler. Dieser fand aber den Titel "Ducky" auf der B-Seite interessanter. Bert Kaempfert produzierte wenig später eine Langspielplatte, die im Mai 1959 unter dem Titel "April in Portugal" erschien. Allerdings weicht diese Platte etwas von der üblichen Note Bert Kaempferts ab. Milt Gabler hielt dennoch an Bert Kaempfert fest. Besonders Kaempferts Titel "Explorer" und "Catalania" gefielen ihm sehr gut.

Im Oktober 1959 flog Bert Kaempfert das erste Mal nach Amerika und lernte dort neben Milt Gabler auch den Verleger Hal Fein kennen. In beiden fand er einen Verbündeten, die im weiteren Verlauf viele seiner Aufnahmen in Amerika herausbrachten und zu Hits werden ließen.

Im Mai 1960 nahm Bert Kaempfert in der Hamburger Musikhalle zusammen mit dem Tonmeister Karl Hinze sein Album "Combo Capers" auf. Er arbeitete hier mit einer kleinen Besetzung. Es sind alles sehr swingende Titel, eben die von ihm verjazzten Volkslieder, die er schon im Krieg gespielt hatte. Bert Kaempfert spielte bei diesen Aufnahmen selbst die Klarinette und die Klaviersoli.

Im Jahr 1960 wurden auch die deutschen Filmemacher auf Bert Kaempfert aufmerksam. Bert Kaempfert wurde verpflichtet, die Musik zu dem Film "Das Glas Wasser" zu arrangieren. Wie Kaempfert sagte, ist sehr viel Rechnerei dabei, das Tempo muß genau stimmen und die Steigerungen in der Musik müssen exakt gewisse Synchronpunkte erreichen. Wegen seiner düsteren Thematik und anderen verpönten Dingen wie eine geschminkte Jugend wird der Film allerdings verboten und verschwindet schnell wieder.

Im Jahr 1960 arrangierte Bert Kaempfert eine weitere Aufnahme mit dem Solotrompeter Charly Tabor. Sie hieß "Wunderland bei Nacht". Leider zeigte in Deutschland kaum jemand Interesse an dieser schönen Melodie, nicht einmal Kaempferts Schallplattenfirma, die Hamburger Polydor. Daher nahm Kaempfert seine Aufnahme und flog damit nach Amerika. Der DECCA Produzent Milt Gabler brachte diese Aufnahme in Amerika heraus, die dort zu einem großen Erfolg wurde - später auch in Deutschland.

Milt Gabler und Hal Fein gaben eine LP mit ähnlichen Titeln in Auftrag, die mit dem Solotrompeter Charly Tabor eingespielt wurden. Diese erschien unter dem Titel "Wonderland By Night" zunächst in Amerika und 1961 auch in Deutschland. Kaempferts großer Erfolg mit dieser Platte wurde mit einer Goldenen Schallplatte geehrt. Der Solotrompeter Charly Tabor beklagte sich allerdings, dass er keine Goldene Schallplatte bekommen hatte da seiner Ansicht gerade sein Trompetensolo für den Erfolg mitverantwortlich war. Nachdem Tabor eine Schallplatte bei der Konkurrenz aufgenommen hatte, kam es zum Bruch und an seine Stelle trat der Solotrompeter Manfred Moch.

An einen Abend im Jahr 1961 ging Bert Kaempfert mit Tommy Kent auf die Reeperbahn in Hamburg in den Top-Ten Club. Dort spielten vier Jungs aus Liverpool zusammen mit dem jungen Sänger Tony Sheridan. Kaempfert war erstaunt von ihrer Wirkung. Später nahm er die Jungs unter Vertrag. Bei der Hamburger Polydor wurden einige Aufnahmen eingespielt. Die Schallplattenfirma lehnte jedoch weitere Aufnahmen ab, so dass die vier Jungs aus Liverpool, die später als die Beatles weltberühmt wurden, zurück nach England abreisten. Nur Tony Sheridan blieb in Hamburg. Später entließ Bert Kaempfert die Beatles aus ihren Vertrag, da er für sie in Hamburg nichts mehr erreichen konnte.

Mit seinen neuen Solotrompeter Manfred Moch spielte Bert Kaempfert weitere Alben ein. Es waren "Dancing In Wonderland" und "With A Sound In My Heart". Es war typische Unterhaltungsmusik der damaligen Zeit. Gleichzeitig wurde mit Kaempferts Musik eine neue Kategorie eingeführt, nämlich "Easy Listening". Diese ist gekennzeichnet von schönen Melodien und Harmonien sowie einen perfekten Sound.

Bald hatte Bert Kaempfert eine neue Idee. Ihm fiel ein Album mit südafrikanischer Metallflötenmusik in die Hände und die hat ihn nicht wieder losgelassen. Er war so begeistert, dass er den Titel "Afrikaan Beat" arrangierte. Nach seiner Veröffentlichung stürmte dieser Titel die Hitparaden. Milt Gabler bewegte Kaempfert zu weiteren Aufnahmen in diesem Stil und so entstand das Album "A Swingin Safari". Der Haupttitel des Albums "A Swingin Safari" hat einen Bekanntheitsgrad, der seinesgleichen sucht. Fast jedem der die ersten Takte hört, ist dieser Titel irgendwie vertraut.

Charakteristisch für den Bert Kaempfert Sound ist der berühmte Knackbass von Ladi Geisler. Der alte akustische Bass klang damals zu leise und auch der neue E-Bass klang ziemlich dumpf und hallig. Kaempfert riet, die Tiefen herauszunehmen und die Höhen zu verstärken und so entstand der typische Knackbass.

1962 arrangierte Bert Kaempfert eine weitere Filmmusik für dem Film "90 Minuten nach Mitternacht". Aber auch dieser harte Jugendfilm floppte. Nur die Musik von Bert Kaempfert wurde lobend erwähnt. 1962 komponierte Kaempfert einen seiner größten Hits, den er zunächst den Titel "Candelight-Cafe" gab. Später wurde daraus "Danke Schön". Wie Kaempfert selbst sagte, hat er diesen Titel in nur zwei Minuten einfach mal so hingeschrieben. "Danke Schön" erschien anschließend auf dem Album "Living It Up".

Im Jahr 1963 erschien Kaempferts nächstes Album "Dreaming In Wonderland". 1964 spielte Bert Kaempfert "Blue Midnight" ein. Auf diesen Album sind einige Welthits enthalten: "Three O'Clock In The Morning", "Red Roses For A Blue Lady" und "L.O.V.E.". Diese Titel arrangierte Bert Kaempfert zusammen mit seinen Freund Herbert Rehbein in seinem Holzhaus am Brahmsee. Im Herbst wurde 1963 ein weiteres Album eingespielt: "The Magic Music Of Far Away Places", dass ausschließlich in Amerika erscheinen sollte. Für dieses Album fehlte noch ein Thema aus Italien. Eines Abends saß Kaempfert in seinem Holzhaus am Brahmsee, als es draußen stürmte und regnete. Da fiel ihm eine schöne Melodie ein: "Moon Over Naples", die später in "Spanish Eyes" unbenannt und zu einem Millionenhit wurde.

Ebenfalls 1964 erschien Kaempferts Album "That Latin Feeling", dessen südamerikanische Rhythmen eine willkommene Abwechslung darstellen. Im gleichen Jahr wurde auch "Lets Go Bowling" herausgebracht.

Im Jahr 1965 erschien das Album "Love Letters". Weiterhin wurde Bert Kaempfert als Filmkomponist für den Film "A Man Get Could Killed" eingesetzt, der in Deutschland Anfang 1966 unter dem Titel "Willkommen Mister B" herauskam. Milt Gabler war besonders an dem Liebesthema mit dem Titel "Beddy Bye" interessiert. Dieser Titel wurde später in "Strangers In The Night" umbenannt und von Frank Sinatra gesungen. "Strangers In The Night" wurde ein Millionenhit. Leider sorgte dieser Titel auch für Ärger. So meldeten sich diverse Personen, die meinten, Kaempfert hätte Teile dieser Melodie gestohlen. Der Fall kam in Amerika vor Gericht, fiel später aber zugunsten Bert Kaempferts aus. Das Album "Strangers In The Night" erschien 1966 in Deutschland.

Anfang 1966 kam auch das hervorragende Album "Bye Bye Blues" von Bert Kaempfert heraus. Da Kaempferts Einnahmen immer auf sein Konto in Hamburg überwiesen wurden, forderte der deutsche Staat jetzt eine Steuerzahlung in Millionenhöhe. Daraufhin empfahl Kaempferts Steuerberater, er solle ins Ausland gehen. So kaufte sich Bert Kaempfert ein Haus auf Mallorca mit Blick auf das Meer. Seinen ersten Wohnsitz verlegte Kaempfert in die Stadt Zug in die Schweiz.

Im Jahr 1967 gewann Bert Kaempfert für seinen Titel "Strangers In The Night" den Golden Globe. Daraufhin wurde Kaempfert zu einer Fernsehsendung der ARD zur Einführung des Farbfernsehens in Deutschland eingeladen. Es ist das erste Mal, dass er mit seinem Orchester im deutschen Fernsehen auftritt und bekommt den größten Applaus. Weiterhin erschienen 1967 seine Album "Hold Me", auf dem Bert Kaempfert sein Können unter Beweis stellt, sowie "The World We Knew".

Zur gleichen Zeit setzte sich Milt Gabler für einen Auftritt Bert Kaempferts in der berühmten Jackie Gleason Show in Amerika ein. Das Problem war die Strenge der Gewerkschaft dort, denn wenn ein Musiker aus Deutschland dort auftritt, muß dafür ein amerikanischer Musiker voll bezahlt werden (der dann hinter der Bühne sitzt und Karten spielt...). So nahm Kaempfert Ende 1967 nur vier seiner wichtigsten Musiker mit nach Amerika, während der Rest durch Musiker der Gleason Bigband ersetzt werden.

Im Jahr 1968 erschien Bert Kaempferts Album "Love That Bert Kaempfert". Nachdem das nächste Album "My Way Of Life" fertiggestellt war, wendete sich Manfred Moch an Bert Kaempfert mit der Bitte, dass er neben sein Solistenhonorar auch an den Schallplattenumsätzen beteiligt werden möchte. Es kommt zum Bruch. Im Nachhinein bedauerte Moch aber diesen Schritt, denn die Zeit bei Bert Kaempfert war wie er einmal sagte, die schönste in seinem ganzen Musikerleben.

Die nächsten zwei Alben "One Lonely Night" und "Traces Of Love" aus dem Jahr 1969 wurden mit dem Trompeter Werner Gutterer eingespielt. Als neuer Solotrompeter trat schließlich der Niederländer Ack van Rooyen ein und nahm das erste Mal an den Einspielungen für das Album "The Kaempfert Touch" teil.

Das im Frühjahr 1970 herausgebrachte Album "Free And Easy" war das letzte, das im Zweispurverfahren aufgenommen wurde. Bert Kaempfert hatte immer den Anspruch, das ganze Orchester mit nur einem Stereomikrofon aufzunehmen, also eine sogenannte One-Point Aufnahme zu machen. Er wollte hören wie das Orchester wirklich klingt. Sein früherer Toningenieur Karl Hinze ist diesen Wunsch immer nachgekommen. Allerdings war die richtige Ausrichtung des Orchesters dafür oft recht zeitaufwendig. Wenn die Trompeten z. B. zu laut waren mußten sie entweder leiser spielen oder sich einen Meter zurücksetzten. Kaempferts Toningenieur Peter Klemt war allerdings von der neuen Mehrspurtechnik begeistert. Mit ihr bekamen Instrumente oder Instrumentengruppen je ein eigenes Mikrofon und eine eigene Tonspur auf dem Tonband. Lautstärken konnten so am Mischpult nachträglich angepasst werden und die zeitaufwendige Ausrichtung des Orchesters entfiel. Ein Jahr später erschienen die Alben "Bert Kaempfert Now!" und "Orange Colored Sky", das wohl eines seiner besten Alben ist.

Auf dem 1972 herausgebrachten Album "6 Plus 6" waren sechs Eigenkompositionen von Bert Kaempfert und Herbert Rehbein enthalten, die Dean Martin, Petula Clark, Tony Bennett, Judy Garland, Louis Armstrong und Tom Jones gewidmet waren. Die anderen sechs Titel waren arrangierte Melodien von Topkünstlern. Ein Jahr später folgten die Alben "Yesterday And Today" sowie "To The Good Life". Das letztere Album gefiel Bert Kaempfert besonders, da es mehr Swing als alle anderen enthielt und so sorgenfrei klingt.

Anfang der Siebziger Jahre kam es in der amerikanischen Schallplattenindustrie zu Umstrukturierungen und Fusionen. Hal Fein bekam ein neues Angebot, wurde aber bald wieder entlassen, da er als sein eigener Chef immer ein Einzelkämpfer gewesen ist. Später verfiel er der Spielsucht. Auch die Tochtergesellschaft DECCA wurde 1973 aufgelöst und Milt Gablers Tage als Produktionschef waren beendet. Damit verlor Bert Kaempfert seine wichtigen Verbindungen nach Amerika und war von jetzt an auf die Hamburger Polydor angewiesen. Die aber konzentrierte sich immer mehr auf den Bandleader James Last, dessen Musik bei der Polydor hohe Umsätze einbrachte. Trotzdem haben Last und Kaempfert nie Konkurrenzkampf und Neid gekannt, denn schließlich waren sie ja auch alte Freunde.

Im Jahr 1974 kam das Album "The Most Beautiful Girl" heraus. Dieses war in einer hervorragenden Tonqualität und kann mit heutigen Aufnahmen durchaus mithalten. Bert Kaempferts langjähriger Toningenieur Peter Klemt hatte damals wirklich hervorragende Arbeit geleistet! Auch die Soli von Ack van Rooyen und Herb Geller sind wirklich eindrucksvoll. Das Album "Gallery" erschien 1974 und enthält eine der schönsten Kompositionen von Bert Kaempfert: "A Song For Lovers".

Bert Kaempfert wurde oft gebeten eine Konzerttournee zu machen. Er lehnte es aber immer wieder ab. Seine Musiker waren in Festanstellungen beim Fernsehen oder Rundfunk, und die bekam er dort nicht so einfach heraus. Eines Tages meldete sich bei ihm ein Mann und fragte, wie wäre es mit einem Konzert in der Royal Albert Hall in London? Wenn eine Tournee nicht möglich ist, wie wäre es dann mit nur einem Tag? Dieses Mal ging Kaempfert darauf ein. Am 22. April 1974 gab er in London zwei Konzerte. Die Begeisterung war überwältigend und es wurde heftig applaudiert. Seitdem war Bert Kaempfert in dieser Hinsicht etwas lockerer geworden und dachte an weitere Konzerte. Im Jahr 1975 erschienen die Album "Golden Memories" und "Forever My Love".

Am 1. April 1976 gab es ein Konzert von Bert Kaempfert mit Freddy Quinn, dass im ZDF übertragen wurde und sehr hohe Einschaltquoten erreichte. Ein Jahr später ging Bert Kaempfert mit Freddy Quinn auf eine Tournee. Mit seinem neuen Album "Safari Swings Again" knüpfte Bert Kaempfert im Jahr 1977 an seinen Klassiker "A Swingin Safari" an. Aber die musikalische Entwicklung ging mittlerweile in eine andere Richtung: Discomusik war angesagt. Kaempfert selbst mochte zwar keine Discomusik, spielte aber dennoch einige Titel im Discostil ein, die auf seinem Album "Kaempfert '76". erschienen.

Für sein Album "Tropical Sunrise" im südamerikanischen Stil, das 1977 erschien, betrieb er einen hohen Aufwand mit zusätzlichen südamerikanischen Schlag- und Effektinstrumenten. Sein Titel "Footprints In The Sand" gewann in Brasilien sogar eine Auszeichnung. 1978 erfüllte sich Kaempfert einen alten Traum und produzierte mit "Swing" ein ganzes Album mit Swing-Klassikern. Eine Produktion, die ihm und seinen Musikern besonders viel Spass bereitete.

Im Jahr 1979 erschien schließlich das letzte Album von Bert Kaempfert. Seine Frau sagte einmal "Lach doch mal wieder" und so gab er dieser Platte den Titel "Smile". In diesem Jahr gab es ein Fernsehkonzert mit der schwedischen Sängerin Sylvia Vrethammer als Stargast. Als im Juli 1979 Herbert Rehbein starb, war Bert Kaempfert tief betroffen, ging aber im Herbst 1979 mit Sylvia Vrethammer auf eine Tournee und rückte so immer mehr in den Blickpunkt des deutschen Publikums.

Im Juni 1980 kam es zu einer England Tournee. Nach dem Abschlusskonzert in der Royal Albert Hall in London wurden drei Zugaben gespielt, und zusätzlich noch eine vierte, die stille Reserve. Kaempfert mußte sein Publikum mit den Worten entlassen, dass er gerne noch weitermachen würde, aber er habe keine Noten mehr und seine Musiker haben Durst....

Nach dieser Tournee flog Bert Kaempfert mit seiner Frau nach Mallorca um sich auszuruhen und sprach von weiteren neuen Plattenaufnahmen. Erschöpft ging er abends ins Bett. Als seine Frau ihn morgens nicht aufwecken konnte holte sie den Arzt. Allerdings kam jede Hilfe für ihn zu spät. Bert Kaempfert erlag am 21. Juni 1980 den Folgen eines Gehirnschlages und wurde nur 56 Jahre alt.

Bert Kaempfert wird als ein sehr sympathischer und ruhiger Typ beschrieben. Er war am liebsten alleine, ging Angeln und schrieb seine Musik. Er mochte nicht den Trubel um seine Person und wollte auch nie im Mittelpunkt stehen. Interviews gab er nur selten und ungern. Seine zeitlose Musik gehört in die Klasse der Unterhaltungsmusik, ist aber dennoch so anspruchsvoll, dass man zuhören sollte. Kaempfert sprach immer von "Musik die nicht stört". Im Juni 1993 bekommt er mit der Aufnahme in die "The Songwriters Hall Of Fame" in New York wohl seine größte internationale Würdigung.



Herbert Rehbein

Herbert Rehbein war der lebenslange Freund und Partner von Bert Kaempfert. Sie sind sich das erste Mal bereits Anfang der 50er Jahre beim BFN begegnet und kamen ins Gespräch. Herbert Rehbein erzählte, dass er kürzlich bei einem Probespiel durchgefallen war. Bert Kaempfert kümmert sich um den studierten Geiger und sie wurden Freunde fürs Leben. Fortan komponierten sie zusammen die Titel für das Bert Kaempfert Orchester.

Im Jahr 1964 wurde zwischen Bert Kaempfert und Herbert Rehbein ein Künstlervertrag geschlossen, der es Herbert Rehbein ermöglichte, als Solist und Arrangeur eigene Wege zu gehen. Herbert Rehbein produzierte insgesamt drei eigene Langspielplatten. Für die Aufnahmen nahm er die Musiker von Bert Kaempfert, jedoch holte er sich zusätzlich Streicher vom NDR-Rundfunkorchester. Seiner erste LP erscheint 1964 in Amerika unter dem Titel "To Soothe That Tiger". 1967 folgt seine zweite LP "Love After Midnight" und 1969 seine dritte LP "...And So To Bed".

Rehbeins Musik unterscheidet sich deutlich von der seines Freundes Bert Kaempfert. Sie ist sehr streicherdominiert und nur von einem leichten Rhythmus geprägt. Fetzige Bläsereinlagen fehlen meist. Auf der letzten LP "...And So To Bed" greift Rehbein aber auf die Titel zurück, die er zusammen mit Bert Kaempfert komponiert hat. So finden sich auf diesem Album viele erfolgreiche Titel des Bert Kaempfert Orchesters.

Leider waren die Verkaufszahlen der Rehbein-Alben nicht hoch und die Plattenfirma hatte nach der dritten LP klargemacht, dass sie an weiteren Rehbein-Produktionen kein Interesse mehr hat. Das ist eigentlich sehr schade, denn Rehbeins Musik ist außergewöhnlich und scheint wie von einem anderen Stern zu sein. Seine romantischen Streicher und das Saxophon von Emil Wurster (auf der ersten LP) sind sehr gefühlsvoll und bringen, wie der Decca-Produzent Milt Gabler sagte, die Herzen regelrecht zum Glühen. Man verfällt regelrecht dazu, dieser Musik zu lauschen, die sogar einen Tiger beruhigen könnte. Herbert Rehbein war ein erstklassiger Musiker und Arrangeur und wurde leider viel zu wenig gewürdigt.

Im Jahr 1979 hatte Rehbein eine Idee: Er arrangierte eine Aufnahme mit der Melodie einer Amsel. Diese Aufnahme wurde mit morgendlichen Vogelstimmen und mit den Klängen einer Rockgitarre unterlegt. Das fertige Stück "Beautiful Morning" erschien 1979 als Single. Rehbein wollte eine ganze LP in diesem Stil machen, aber dazu kam es nicht mehr, da er wenig später einen Krebsleiden erlag.

Die besondere Musik von Herbert Rehbein erinnert mich am ehesten an eine gute Filmmusik der alten Schwarzweissfilme, wie die Filme von Alfred Hitchcock. Hört man z. B. die Titel "Hold Back The Dawn", "Manhatten After Dark" oder "Lady" in der Version von Herbert Rehbein, wird man deutliche Unterschiede feststellen. Ich kann mich nicht entscheiden, welche Version die bessere ist. Beide sind faszinierend. Alle drei LP's von Herbert Rehbein sind auf einer Doppel-CD erhältlich, unter dem Namen "Soothing The Tiger".


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Passend zur Musik von Herbert Rehbein - Glut im Ofen oder Kamin


Mehr über Bert Kaempfert erfährt man auf der Webseite der Bert Kaempfert Music Publishing GmbH.

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