MUSIK

thorens.jpg Schon seit meiner Kindheit höre ich Musik. Nachdem ich in meiner Jugendzeit in den 80er Jahren die damals typische und gute Popmusik gehört habe, bin ich Ende der 80er Jahre ein wenig in die Klassik hineingekommen. Das war der Wendepunkt, ab dem sich meine heutigen Musikinteressen langsam heraus kristallisierten.

Heute nimmt besonders die instrumentale Orchestermusik einen großen Teil des privaten Musikprogramms ein. Mein Lieblingsmusiker ist zweifellos Bert Kaempfert, aber auch James Last und Hugo Strasser gehören dazu.

Eine weitere Richtung ist die klassische Synthesizermusik z. B. von Vangelis, Jean-Michel Jarre, Klaus Schulze oder Schiller. Heute gibt es in dieser Richtung auch freie Musik im Internet. Hier kann ich besonders die Ambientmusik von Altus nennen. Besonders zur Astronomie ist diese Musik ausgezeichnet geeignet.

Zeitweilig bin ich auch für Klassik zu haben, im Herbst und Winter besonders die Klavierwerke von Claude Debussy, Chopin und die heutigen Komponisten George Winston und David Lanz. Besonders beliebt sind bei mir auch die Piano-Rags von Scott Joplin. Mein Lieblingswerk der Klassik ist zweifellos Prelude a l apres-midi d un faune von Claude Debussy.

Im Frühling und Sommer ist gerne auch mal Gitarre Solo angesagt, und zwar im klassischen Bereich. Besonders gefallen mir die Werke von John Dowland, da sie einfach aufgebaut sind, schön harmonisch, melancholisch und melodisch klingen. Sehr gerne höre ich auch Andres Segovia, den großen Meister der klassischen Gitarre.

Eine weitere Richtung ist leichter Jazz, besonders die sanften Saxophonklänge von Paul Desmond, den hervorragenden Toots Thielemans, das Pete Jolly Trio und sogenannten Smooth-Jazz.

Es gibt Musiker die imstande sind, sehr tief in die Musik einzudringen, bis sie uns im tiefsten Innern erreicht haben. Nicht viele können das. Paul Desmond, Toots Thielemans, Andres Segovia oder Claude Debussy waren einige von ihnen.

Was ich dagegen überhaupt nicht ab kann, ist dieses Hardrock- und Metalgekreische oder das E-Gequietsche (sowas wie ACDC konnte ich schon als Jugendlicher überhaupt nicht ab), Technogeballer und das ganze heutige wiederliche, stotternde Rap- und Hiphopgebabbel. Egal ob deutsche oder englische Texte - ständig kommt bei der heutigen Musik mehr oder weniger dieses lallernde Gebabbel heraus.



Etwas mehr Geschichte

Schon als Kind Mitte der 70er Jahre habe ich viel Musik gehört. Damals von einem Stereoplattenspieler, an dem zwei Lautsprecher angeschlossen waren. Schon mit 5 Jahren konnte ich selbst Platten auflegen. Als Musik gefiel mir damals besonders Marschmusik und einige Schlager.

Als ich 1980 in der 5. Klasse war, gab es ab und zu abends eine Klassenfete, wo ich die Popmusik kennenlernte. Einige Songs gefielen mir gut und wenn ich sie später im Radio hörte, nahm ich sie auf Cassetten auf. Aber es war nicht einfach, die "guten Lieder", wie ich und mein damaliger Freund sie nannten, zu bekommen.

Auf den Klassenfeten lief ab und zu auch ACDC. Mein damaliger Klassenfreund hat es auf den Punkt gebracht: "Das ist für mich keine Musik mehr, die brüllen doch nur noch ins Mikrofon". Sowas konnte ich also schon damals nicht ab.

Im Frühjahr 1983 nahm ich die internationalen Popstücke häufiger auf. Zuerst von NDR 1 und ab 1985 Samstags die internationale Hitparade auf NDR 2 mit Wolf-Dieter Stubel. Die typischen 80er Hits hörte ich regelmäßig bis 1989, wo es die letzte internationale Hitparade gab.

Im März 1987 lernte ich von meinem Vater die CD kennen. Er demonstrierte mir den sauberen Klang anhand einer CD von Johann Strauß, dirigiert von Herbert von Karajan. Diese gefiel mir recht gut und als ich im September 1988 meinen ersten CD-Spieler bekam, kaufte ich mir genau diese CD als erste. Es folgten im Dezember 1988 einige CD's von Orchestern, die Popmusik spielten (VSOP = Vienna Symphonic Orchestra Project) und im Herbst 1989 die Serie Wiener Musik mit den Wiener Philharmonikern und Robert Stolz als Dirigenten. In dieser Zeit lernte ich in Verbindung mit der TV-Serie "Unser Kosmos" von Carl Sagan die Musik von Vangelis kennen.

Im August 1990 wechselte ich zu Rondo Veneziano. Klassik mit Rythmus, das war genau das richtige. Meister Gian Piero Reverberi ist der Kopf von Rondo Veneziano und seine Eigenkompositionen sind sehr hörenswert. Besonders die Alben "Fantasia Veneziana" und "Odissea Veneziana" liefen im Herbst 1990 abends oft beim Lesen von astronomischen Büchern.

Ich weiss nicht mehr genau wie ich dazu kam, aber im September 1990 kaufte ich meine erste CD von Glenn Miller - ein 3er CD-Set mit den populären Aufnahmen von 1938 bis 1942. Kurz darauf legte ich mir auch das Buch "Die Glenn Miller Story" zu und las es ab Dezember 1990 komplett durch. Dabei hörte ich immer seine Musik, u. a. die Aufnahmen mit der Army Airforce Band. Da ich wenig später im Januar 1991 zur Bundewehr eingezogen wurde, passte diese Musik irgendwie zu dieser Zeit.

Im August 1991 entdeckte ich bei meinem Vater die CD "James Last spielt Bach". Diese war hervorragend und wenig später hatte ich sie selbst. Es folgten bald weitere CD's von James Last. Zuerst die klassischen Alben, "Träum was Schönes", "James Last spielt Mozart", "Classics by Moonlight", und 1992 schließlich seine anderen Melodien und Alben, wie "Moonriver", "Biskaya" oder "Paradiesvogel", um nur einige zu nennen.

zimmer_lampe.jpg In den folgenden Jahren hörte ich fast ausschließlich James Last und hatte bald viele CD's von ihm. Ab 1993 interessierten mich zunehmend die Swingmelodien ohne Streicher, z. B. die CD "In the Mood for Trumpets". Ab und zu nahm ich Schwarzweissfilme im Fernsehen auf, z. B. den Film "Tödliches Pflaster Sunset Strip", wo Louis Armstrong zu sehen war. Auch den Film "Die Glenn-Miller Story" hatte ich bereits. Diese Filme und die Swingmusik waren für mich Inbegriff der dunklen Jahreszeit, da ich sie vor allem mit dem Begriff Nachtclub in Verbindung brachte.

Im Januar 1993 begann ich mich für klassische Gitarrenmusik zu interessieren. Was der Auslöser dazu war, kann ich nicht mehr sagen. Vielleicht war es eine günstige Klassik-CD, die dem Instrument Gitarre gewidmet war. Neben der CD "Nächte in spanischen Gärten", diversen Werken von Fernando Sor und John Dowland für Gitarre legte ich mir auch eine sechsteilige Edition von Andres Segovia zu. Besonders die Werke von John Dowland hörte ich gerne, vor allem tagsüber im Auto, da sie sehr melodisch und leicht klangen. Auch die Idee "Gitarre am Lagerfeuer", die in der Bundeswehrzeit 1991 entstand, spielte hier mit hinein.

Im Sommer 1995 erfuhr ich aus dem Infotext einer James-Last LP von Bert Kaempfert. Ich ging zum Mediamarkt und kaufte meine erste CD's von ihm: "Golden Memories". Im Winter 1995 / 96 folgten weitere CD's der Bert Kaempfert Collection und bald hatte ich alle 20 zusammen. Ich hörte in dieser Zeit fast ausschließlich die swingende und verträumte Musik von Bert Kaempfert.

Im Sommer 1996 wechselte ich zur aktuellen Discomusik und die nächsten Jahre war andere Musik angesagt. Im Jahr 2000 ging ich langsam von der Disco-Dancemusik zu ruhigeren Sachen wie Mark Knopfler, Lionel Richie oder den Cranberris über. Im August 2003 begann ein zunehmendes Interesse für Klaus Schulze und andere Synthesizermusik von Mike Oldfield und Vangelis. Die Zeit der aktuellen Charts- und Discomusik ging langsam zu Ende. So wandte ich mich im Herbst 2003 und 2004 wieder vermehrt Bert Kaempfert zu.

Im Herbst 2010 und 2011 widmete ich mich besonders den Werken von Claude Debussy. Vor allem sein Hauptwerk "Prelude a l apres-midi d un faune" faszinierte mich, aber auch seine Klavierwerke, die besonders in Verbindung mit leuchtenden Petroleumlampen harmonierten.

Im Herbst 2017 kam ich durch eine CD mit dem Namen Bar Classics ein wenig in den Bereich des leichten Jazz. Dazu gehörten ruhige Titel mit Klavier und Saxophon und das Pete Jolly Trio, bestehend aus Klavier, Schlagzeug und Bass, welches ich sehr gut fand. Später entdeckte ich Paul Desmond, dessen leise Saxophonklänge begeistern, sowie den großen Toots Thielemans auf der Mundharmonika. Obwohl harter Jazz gar nicht mein Fall ist, gefallen mir doch die ruhigen Titel dieser Musiker sehr gut.

Im Jahr 2019 ist Hugo Strasser dazugekommen. Was mich an seinem Orchester begeistert ist, dass es recht ähnlich wie das Orchester von Glenn Miller klingt, mit seinen Saxophonen und den weichen Bläsertönen. Auch Strassers tiefer und weicher Klarinettenton geht besonders bei den romantischen Titeln unter die Haut. Auch die drei Einspielungen mit der Heinrich Haas jr. Bar-Combo und Hugo Strasser als Solist mit seiner Klarinette sind spitze. Nach Strassers Tod im Jahr 2016 hat Heinrich Haas jr. das Orchester von Hugo Strasser übernommen. Leider ist Heinrich Haas jr. im April 2020 sehr jung gestorben, so dass jetzt sein Vater das Strasser-Orchester weiterleitet. Um einige meiner Lieblingstitel von Hugo Strasser zu nennen: "True Love", "Und wieder geht ein schöner Tag zu Ende", "What A Wonderful World", "La Luna", "Charmaine", "The Breeze And I", "Greensleeves" oder "Swing, Hugo, Swing".

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