MÜHLEN

Der Mahlgang

Der Mahlgang ist das Herzstück einer Getreidemühle. Der Mahlgang besteht aus einem fest liegenden Bodenstein und dem sich drehenden Läuferstein. Beide Steine befinden sich in einer trommelförmigen Holzverkleidung, der Bütte. Die Bütte hält Ungeziefer vom Mehl weg und verhindert die Ausbreitung von Staub in der Mühle durch das Mahlen.


buette.jpg

Die Bütte mit dem Mahlstein
(Windmühle Krokau)


Angetrieben wird der Mahlstein von einer senkrechten Welle, dem Klüver. Am oberen Ende des Klüvers befindet sich ein Korbrad, welches vom Stirnrad angetrieben wird. In einigen Mühlen sind auch mehrere Mahlgänge parallel geschaltet.


mahlgang.jpg

Das Stirnrad (links) und das Korbrad des Mahlgangs mit dem Klüver (rechts)
(Windmühle Krokau)


mahlgang_korbrad.jpg

Das Korbrad des Mahlgangs
(Windmühle Krokau)


Auf der Bütte befindet sich die Einschüttvorrichtung, in der das zu mahlende Korn eingeschüttet wird, sowie der Rüttelschuh. An einem Arm des Rüttelschuhs ist ein Knaggen angebracht. Das vierkantige Eisen des Klüvers stößt ständig gegen den Knaggen. Durch dieses Rütteln fließt ständig etwas Getreide in das Auge des Mahlsteins und dabei entsteht auch das bekannte Klappern der Mühle.


einschuettvorrichtung1.jpg

Die Einschüttvorrichtung, rechts oben kommt das Korn hinein
(Windmühle Krokau)


einschuettvorrichtung2.jpg

Blick in die Einschüttvorrichtung mit dem zu mahlenden Korn
(Windmühle Krokau)


kluever_knaggen1.jpg

Hier ist der Rüttelschuh außer Betrieb
(Windmühle Krokau)


kluever_knaggen2.jpg

Hier ist der Rüttelschuh in Betrieb
(Windmühle Krokau)


Durch das Drehen des Mahlsteins und durch Fliehkräfte wird das gemahlene Korn nach außen befördert und rieselt durch ein Loch in der Bütte in die Mehlpfeife und von dort in einem Sack.


mehlpfeife.jpg

Die Mehlpfeife
(Windmühle Krokau)


Mitunter wurden auch zwei oder drei Mahlgänge parallel betrieben. Das Bild unten zeigt das große Stirnrad, welches zwei Korbräder antreibt. Hier werden also zwei Mahlgänge parallel betrieben.


2mahlgaenge.jpg

Hier treibt das große Stirnrad zwei Mahlgänge an
(Wassermühle Molfsee)



Mahlstein

Ein Mahlgang besteht immer aus einen fest liegenden Bodenstein und den sich drehenden Läuferstein oder Liegestein. Wegen der auftretenden Fliehkräfte besitzt der Läuferstein zur Verstärkung am Rand eine Eisenkante. Um eine gute Mahlqualität zu erreichen, reicht es nicht aus, einfach Rillen in die Oberfläche beider Steine zu schlagen. Das dazugehörige Wissen haben sich Müller und Mühlenbauer im Laufe der Zeit angeeignet.


mahlstein1.jpg

Ein Mahlstein und die dazugehörtigen Werkzeuge
(Windmühle Krokau)


Die Oberfläche beider Steine fällt ab einer gewissen Entfernung vom Außenrand gleichmäßig nach innen in einem flachen Winkel ab. Diese Vertiefung nennt man Schluck. Die Luftfurchen sorgen durch die Rotation des Läufersteins für einen Luftzug von innen nach außen wodurch das Mahlgut wieder nach außen befördert wird. Die Fläche zwischen den Luftfurchen heißt Mahlbalken oder Mahlbahn.

Bei guten Mahlsteinen haben die Luftfurchen auf der einen Seite eine steile Kante während die andere Kante flacher ist. Das Mahlgut gleitet durch den Luftzug langsam die flache Kante hinauf zwischen die Steine und wird dort zermahlen. Es gibt unterschiedliche Mahlsteine. Einige besitzen nur Hauptfurchen. Sie verlaufen komplett von innen nach außen. Andere Mahlsteine haben auch Nebenfurchen. Diese verlaufen ab dem Punkt, wo die Oberfläche des Steins langsam nach innen abfällt nach außen.


mahlstein2.jpg

Mahlstein mit den Luftfurchen
(Windmühle Krokau)


mahlstein3.jpg

Begriffe am Mahlstein
(Windmühle Krokau)


Da die Mahlsteine beim Mahlvorgang langsam abnutzen, müssen sie regelmäßig nachgeschärft werden. Dazu werden zunächst mit dem Kraus- oder Stockhammer alle Mahlbahnen beschlagen und aufgerauht. Mit dem Bicken- oder Billenhammer werden anschließend die Luftfurchen nachgeschlagen.


mahlstein_werkzeug.jpg

Werkzeuge zum Nachschärfen von Mahlsteinen
(Windmühle Krokau)


Weiter Weiter - Die drehbare Haube

© Copyright: 2017-2020 Mario Lehwald